Anne Becker Coming of ALS - Innenansichten eines Neurologen

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Produktinformationen "Anne Becker Coming of ALS - Innenansichten eines Neurologen"

Coming of ALS
Innenansichten eines Neurologen

  • Gebundenes Buch
  • Erscheinungstermin: Juni 2019
  • Sprache: Deutsch
  • Anzahl Seiten: 147
  • ISBN-13: 978-3-00-060269-6

„Coming of ALS“ erzählt die Geschichte eines Lebens; eigentlich eines normalen Lebens, doch wiederholte Begegnungen mit einer schweren Krankheit machen es ungewöhnlich. Christophs Begegnungen mit der Amyothrophen Lateralsklerose (ALS) finden unter je anderen Blickwinkeln statt und führen zu einer besonderen Einstellung gegenüber Leben, Krankheit und Tod.
Die erste Begegnung trifft ihn unvorbereitet, ein Schicksalsschlag. Christophs Vater erkrankt an ALS, und die ganze Familie wird mit in den Abgrund gezogen. Hilf- und Sprachlosigkeit bestimmen das gemeinsame Leben. Die Krankheit erdrückt alles.
Die nächste Begegnung ist selbst gewählt. Als junger Arzt in der Neurologie nutzt Christoph seine persönlichen Erfahrungen, um viele ALS-Patienten auf einfühlsame Weise zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen. Er sieht, dass es höchst unterschiedliche Wege gibt, mit dem Krankheitsschicksal umzugehen.
Darüber hinaus lebt Christoph ein normales Leben: erzählt wird von Freundschaften, Schule, erster Liebe, Studium, Familie und Beruf. Schließlich aber erkrankt auch er an ALS. Sein Umgang damit ist pragmatisch, mitunter nachdenklich, oft humorvoll; es liegt ihm fern, der Krankheit die Vorherrschaft über sein Leben zu überlassen.


Autor: Becker, Anne

Dr. Anne Becker, geboren 1968 in Bonn, lebt mit ihren drei Söhnen in Berlin. Sie ist Fachärztin fu¨r Anästhesie, seit 2003 tätig in einer Bundesbehörde. Dort verfasst sie unter anderem regelmäßig Texte, die medizinische Sachverhalte allgemeinverständlich erklären. Dieses ist ihr erstes Buch


ZUM GELEIT

Dieses Buch hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Einmal angefangen konnte ich es nicht mehr weglegen. War es die nu¨chterne, unaufgeregte, nie u¨bertreibende Erzählart, die so direkt Stimmungen und Stimmungsbilder vermittelt? Oder war es die besonders in den Jahren seiner körperlichen Behinderung gewachsene Verbundenheit mit Christoph und die Bewunderung fu¨r seinen Umgang mit der Krankheit?
Christoph habe ich als sein klinischer Partner in ersten Projekten kurz nach seinem Wechsel in die Pharmaentwicklung zu Schering kennen gelernt. Er fiel mir auf: intelligent, strebsam, fu¨hlbar ehrgeizig. Später lernte ich seine analytischen Fähigkeiten, seinen Fleiß und seine Zielgerichtetheit noch mehr schätzen. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich von seiner Erkrankung an ALS erstmals durch ihn oder einen gemeinsamen Bekannten erfuhr. Von der langen Vorlaufphase und seinen Ängsten aufgrund der Erkrankung seines Vaters hat Christoph sich nichts anmerken lassen. Später – als die Zeichen der körperlichen Behinderung nicht mehr zu u¨bersehen waren – bewunderte ich, wie wenig er sich in die Passivität drängen ließ: keine Spur von Selbstmitleid, eher eine feine Selbstironie. Seine Leistungsfähigkeit, die Qualität seiner Arbeit schien u¨berproportional zu seinen körperlichen Einschränkungen zu steigen. Aus der Zeit der zunehmend schwer werdenden körperlichen Behinderung stammen viele sehr wichtige und prominent publizierte gemeinsame Arbeiten zur Fru¨hbehandlung der Multiplen Sklerose, an denen er meist den entscheidenden Anteil hatte - auch dort, wo dies aus der Autorenliste nicht so direkt sichtbar wurde. Fu¨r seinen Arbeitgeber Bayer-Schering war das nicht selbstverständliche Engagement in seine weitere Integration eine extrem lohnende Investition: Christoph war eine schier unerschöpfliche Ressource an Wissen, Motor und Geist vieler Projekte, ein loyaler und allseits geachteter Ratgeber und Vermittler fu¨r interne Mitarbeiter, ein geschätzter Partner fu¨r externe Kooperationspartner. Als ich später Anne begegnete, spu¨rte ich, fu¨hlte ich schnell, was ihm einen großen Teil der Kraft gab in der Auseinandersetzung mit seiner unheilbaren Krankheit. Ihr natu¨rlicher, emotional warmer aber nicht erdru¨ckender oder bevormundender Umgang mit ihm hat mich extrem beeindruckt. Als Arzt, der viele schwer und oft chronisch kranke Menschen betreut, versuche ich immer wieder zu vermitteln: tun Sie das Mögliche gegen Ihre Krankheit, akzeptieren Sie das Unabänderliche, aber nutzen Sie so viel wie möglich von Ihren Ressourcen fu¨r Ihr normales Leben. Das ist leicht gesagt, aber meist sehr schwer umzusetzen, besonders wenn – wie immer noch bei der ALS – die Krankheit sich nicht spu¨rbar aufhalten lässt und immer mehr und neue Einschränkungen diktiert. Wie ein von diesem Schicksal Betroffener es trotzdem gemeinsam mit seiner Familie schafft, diese ständige Herausforderung zu meistern, sich bis zu Letzt nicht in die Defensive drängen lässt, sondern sich immer wieder Neues erschließt, ob beruflich oder im Persönlichen, das können wir in diesem Buch ganz nah erleben. Einfach, ohne unnötige Schnörkel, direkt fu¨hlbar wird gezeigt, was dazu gehört.
Das Buch macht nicht nur Betroffenen und ihren Familien Mut, es zeigt auch ohne erhobenen Zeigefinger uns (noch) Gesunden, die wir uns oft so schwer damit tun, wie wir auf durch Krankheiten eingeschränkte Menschen zugehen können.
Ludwig Kappos, Basel


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